Höchstlöblicher, hauseigener Lebkuchen und gute Wünsche

Entgegen landläufiger Meinung wird bei mir eigentlich selten einmal etwas paniert. Tatsächlich aber backe ich für mein Leben gern, meist sogar mit recht gutem Erfolg. Ausschauen tun meine Backkunstwerke zwar häufig wie unabsichtlich beim Einsteigen auf dem Autodach vergessen, irgendwo unterwegs verloren und zweimal überfahren, aber sie schmecken bestens, aufgrund einer ganz speziellen Zutat!

Nein. Nicht der.

Liebe! Liebe ist die spezielle Zutat!

Auf jeden Fall habe ich vorgestern und gestern nach dem Rezept meiner Mama viel zu viel Lebkuchen produziert, der demnächst an die dankbare Verwandtschaft verteilt werden wird.

lebkuchenteig
Teig über Nacht kühl stellen – Nemesis der ungeduldigen Bäckerin.
alternativer nudel
Wer zwar local und organic das fair getradete Ökoroggenmehl vom glücklichen Getreide einkauft, aber vergisst, dass er noch keinen Nudelwalker besitzt, der muss improvisieren.

Obwohl ich das Foodbloggen sonst lieber den talentierteren Nudelwalkerschwingern unter uns überlasse, gibt es hier für alle, die noch last minute Kekse backen wollen oder müssen, das Rezept. Lebkuchen kann man wie kaum andere Kekssorten kreativstens verarbeiten, weswegen sie auch meine Lieblingskekse sind, auch wenn ich heuer gezwungenermaßen eher unkreativ war. Und wenn man dann am 25. Dezember draufkommt, dass sie allen schon zum Hals raushängen, verarbeitet man sie einfach zur Bodenschicht für Götterspeise oder ähnliche Desserts und zwingt sie in dieser Form in die Schlünde seiner Familie!

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Den unten darf man ohne schlechtes Gewissen essen. Wer mit Verbrennungen dritten Grades noch so lachen kann, der hat ein gutes Leben gehabt.
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Strenge Uniformität in der Kekserlproduktion wird bei mir großgeschrieben.

Übrigens, bevor jetzt gleich ein Aufschrei durch die Menge geht, von wegen kein Mehl oder kein Natron, oder was weiß ich, in den Lebkuchenteig: der Advent ist ja eine Zeit des Friedens auf Erden, da darf man einem Lebkuchenteig ohne Pottasche ruhig etwas Akzeptanz entgegenbringen.

Damit wünsch ich euch allen, sollte mich die Muse bis dahin nicht mehr küssen, weil ich über Weihnachten zu viel gegessen hab und sie mich abstoßend findet, jetzt schon WUNDERBARE FEIERTAGE, EINEN GUTEN RUTSCH UND EIN GENIALES JAHR 2015!
Seid lieb zueinander. Passt aufeinander auf. War is over if you want it.


Höchstlöblicher, hauseigener Lebkuchen
Menge: viel, aber die Oma macht doppelt so viel

Zutaten    

50 dag Roggenmehl
34 dag Weizenmehl
34 dag brauner Zucker
12 dag Butter
2 Eier
1/4 l Wasser
25 dag Honig
2 dag Backnatron
1 dag Zimt
1 dag Nelkenpulver
Liebe

Die Schwerstarbeit

Wasser mit Zucker, Liebe und Honig zusammen kurz aufkochen, dann lauwarm werden lassen.

(Mir ist übrigens immer wichtig, dass mir der verarbeitete Honig auch so schmecken würde, sonst hat der ganze Lebkuchen für mich einen komischen Geschmack. Also lieber nicht die Gelegenheit nutzen und das Werbegeschenk von der Raika, das schon drei Dekaden in der Speis steht, endlich aufbrauchen.)

Butter einrühren und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verkneten. Diesen über Nacht in den Kühlschrank stellen.

(„Teig“ ist hier sehr optimistisch formuliert. „Rinnender Batz“ wäre treffender. Nicht verzagen, das legt sich dann im Kühlschrank.)

Dann am nächsten Tag raus mit der Menge die man verarbeiten möchte und ausrollen. Platzsparend ausstechen.

(Oder irgendwie wild durcheinander, schließlich ist man nicht umsonst Künstler!)

Bei knappen 200° Celsius etwa 10 Minuten backen.

(Behauptet meine Mama. Das kommt daher, dass daheim in der Einöde manchmal der Strom nicht so gut fließt, vor allem um die Mittagszeit, wenn viele in der Umgebung kochen. Da dauert das dann länger. Außerdem sind die Lebkuchen meiner Mama immer so absolut gleichförmig, da war die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Beijing schwach dagegen! In meinem Ofen hier haben sie nur etwa 5-7 Minuten gebraucht. Wegen der Corioliskraft.)

Mit ein paar Apfelspalten in Dosen packen oder verzieren, fertig!

Ein Gedanke zu „Höchstlöblicher, hauseigener Lebkuchen und gute Wünsche

  1. Papa

    Liebe Nini ! ( das ist dein Geheimname , den wirklich nur Insider kennen und schon gar nur solche verwenden dürfen )
    Lese mit gerührter Begeisterung zunehmend häufiger deine literarischen Wolken , die sich zur „oberen“ Halbkugel durchringen !!
    Papa

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