Durch den Zoll: Chaotenedition

Jetzt hab ich hier kürzlich groß herumerzählt, dass ich im nächsten Post den Trick 17 zur Vermeidung von Problemen aller Art beim Flughafenzoll mit der Öffentlichkeit teilen werde. Dann hab ich darauf vergessen, mich jetzt aber wieder erinnert und gleich im Anschluss an diese herrliche Anmoderation wird das Geheimnis meiner vielen erfolgreichen Zollbewältigungen gelüftet.

Vorweg sei bemerkt, dass die Bezeichnung „erfolgreich“ hier genauer „im Vergleich zu Personen, die lieber anonym bleiben möchten, da sie bereits zwei Verwarnungen vom Flughafen München für illegales Einführen von Fleisch- und Milchprodukten kassiert haben“ sein sollte. Im Gegensatz zu diesen und anderen Menschen habe ich nämlich immer irgendwas zu verzollen, auch wenn ich gar nichts zu verzollen hätte und gebe das auch zu, mehrmals, bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Womit wir auch schon beim Thema wären – der beste Weg schnurstracks durch den Zoll ist nämlich nicht, nichts zu deklarieren, sondern dieses, jenes und alles zu deklarieren – und außerdem anzukreuzen, dass man in den letzten drei Monaten definitiv auf irgendeiner Farm oder einem Fischereibetrieb war. Ich beispielsweise verzolle gern Zigaretten. In Ermangelung derer gebe ich einfach etwas anderes an, das eigentlich gar kein Problem wäre, beispielsweise das Geschenkpackerl Mozartkugeln, das unsereins stets für irgendeine arme Seele im Gepäck hat. Oder, wenn mich der Teufel reitet, verzolle ich Rebell manchmal auch Sachen, die ich gar nicht im Koffer habe. Wie zum Beispiel Kaffeebohnen. Meistens geht der Plan wunderbar auf und niemand schaut tatsächlich in den Koffer und findet den ganzen zollpflichtigen Kram, den ich nicht erwähnt habe, was aber eigentlich eh nie so viel ist, echt.

Man observiere (halt mit dem geistigen Auge): ich bei der Einreise auf dem Flughafen Melbourne. Dass die hiesigen Zollbehörden extrem streng sind, habe ich ja bereits erzählt. Daher gleich einmal meine Zigaretten verzollen und die Geschichte mit der Farm per Kreuzerl auf dem Immigrationszettel erwähnen, ich hab nämlich eine überdurchschnittlich große Menge an Gegenständen aus Holz (what else) im Koffer, die ich wirklich nicht loswerden möchte und Holz steht auf der schwarzen Liste des australischen Zollamts ganz oben. Jetzt fragt mich die müde Dame bei der Kontrolle, wie viele Zigaretten genau ich da im Begriff wäre, in ihr Land zu bringen. Ich als pflichtbewusster Bürger sage wahrheitsgemäß, drei Packerl zu 20 Stück. Da erklärt sie mir, dass 3×20 leider 60 ist und nur 50 Zigaretten erlaubt sind. Da hats mich beim Rechnen dahaschpelt; kommt nicht oft vor. Sogleich beginne ich in meiner Mary-Poppins-Handtasche zu kramen und sag ihr dabei, ich hätt ein Packerl schon angeraucht und werde einmal kurz nachzählen, wie viele da noch drin sind – bevor ich aber meine Stehlampe und die Topfpflanze heraushieven muss, winkt sie schon ab und fragt mich, auf welcher Art Farm oder Fischereibetrieb ich mich denn in den letzten drei Monaten aufgehalten hätte. Darauf sag ich, unschuldigst:

„Oh. Well. I own a horse.“

Und schon bist du im Lande. Mädel mit Rechenschwäche und Pferd, ich mein, wer misstraut schon der Pippi Langstrumpf? ;)

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