If you don’t like it …

Seit einiger Zeit ringe ich jetzt schon mit mir selbst, was den Inhalt bzw. überhaupt das Verfassen des vorliegenden Posts betrifft. Eigentlich wollte ich in diesem Blog nicht politisch werden. Auf der anderen Seite ist es fast unmöglich, bei gewissen Themen ruhig Blut zu bewahren und wann ist man im Leben schon wirklich unpolitisch. Also tippe ich jetzt diesen hoffentlich kurzen Post frei von der Seele weg, einfach nur, damit er existiert.

Debatten zur Asylpolitik gehören in Österreich zur Tagesordnung und genauso ist es in Australien. Was hier dazukommt, ist die gewisse Ironie einer kolonialen Vergangenheit. Könnte man in diesem Fall vielleicht gleichsetzen mit der Kriegsvergangenheit Österreichs. Quasi diese Idee, dass alles einmal ganz anders war und genauso gut auch durch minimale Zufälle und kleine Verschiebungen der Umstände wieder ganz anders werden könnte. Ist aber Jacke wie Hose, denn um die Gegenwart geht es und diese Art von Argumenten lässt kaum jemand gelten. In dieser Gegenwart herrscht in Australien eine von der Regierung gezielt produzierte und gesteuerte Xenophobie der Extraklasse, die, so habe ich manchmal das Gefühl, einfach nur existiert, weil es halt leicht geht. Leichter in jedem Fall, als sich mit dem Schicksal etwa der Menschen, die man luftig-locker als „boat people“ bezeichnet, zu beschäftigen oder sich einmal genauer mit dem Islam zu befassen.

Das wirklich Traurige in Österreich, genauso wie da, ist aber, dass absichtlich in Menschen ein logisch eigentlich nicht begründbarer Hass und eine Paranoia geschürt werden, die die meisten dieser Menschen, wenn man sie zweimal nachdenken lassen würde, gar nicht wirklich haben, oder die in anderen Ängsten ihren Ursprung finden. Wie hat es dazu kommen können, dass die Menschen, die höchst konstruktive Aussagen wie „If you don’t like it, leave“ tätigen oder die sich „trauen“ zu sagen, wie sehr ihnen Asylsuchende und Ausländer Unbehagen bereiten, gewissermaßen als die mutigen Revoluzzer betrachtet werden und sich somit bestätigt sehen – und der Rest sind die Spießer?

Na sowieso ist illegale Einwanderung ein Problem! Natürlich muss man religiös motivierten Fanatikern einen gewaltigen Riegel vorschieben! Aber dann möge man das bitte tun, ohne dabei auf den grundlegendsten Menschenrechten herumzutrampeln, ohne sich dabei so ganz smooth, so ganz nebenbei die Differenzierungsunfähigkeit von Teilen der Bevölkerung politisch zunutze zu machen und ohne den Ruf von Ländern und ihren Leuten in den Dreck zu ziehen, die eigentlich meistens von vorn bis hinten leiwand sind.  Mit oder ohne Kängurus. Und wer jetzt noch was zum Lachen oder zum Weinen braucht, hier die geschätzte Meinung des genialen John Oliver zum australischen Premier und ein Artikel aus dem Stern zum Thema illegale Einwanderung.

http://www.stern.de/politik/ausland/australien-will-fluechtlinge-mit-drastischem-flyer-abschrecken-2145202.html#utm_source=facebook-fanpage&utm_medium=link&utm_campaign=141014-1355

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