Wasser und Brot

Auf der großen weiten Welt gibt es ein paar Dinge – sagen wir, Produkte, Essen, Gefühle – die in ihrer Art so regionsspezifisch oder so fest an besondere Personen oder Lebensmomente gebunden sind, dass man kaum einen Vergleich dafür, geschweige denn etwas Vergleichbares in anderen Teilen der Welt finden wird. Das ist ja auch gut so, denn so bleibt der Planet spannend.

Zum Beispiel!

Auf dem Untersberg stehen. In-N-Out Burger. Die Ringelblumensalbe meiner Oma.
Diese Maulbeer-Räucherstäbchen, die ich auf so einem Hippiemarkt in Encinitas in Amerika gekauft hab und die ich seitdem geduldig auf diversen von mir frequentierten Hippiemärkten suche, erfolglos. Himmellange Semmerl vom Bäcker in Gutenbrunn, die bei der Normalbevölkerung als „Gewürzstangerl“ bekannt sind. Die Apfelstrudelrollen in diesem einen Kaffeehaus im Wiener MQ. Wie es riecht, wenn im Sommer Fichtennadeln rund um ein Moorteichufer langsam in der Sonne trocknen. Diese Lachstapas in einem Lokal namens La Soberbia in Madrid. Und so weiter und so fort und natürlich ist ein Großteil dieser Sachen essbar!

Ganz oben auf dieser Liste stehen sicher nicht nur bei mir die zwei essentiellsten Nahrungsmittel überhaupt, nein, nicht Bier und Biomüsliriegel, das sind die zweitessentiellsten Nahrungsmittel überhaupt – vielmehr Wasser und Brot. Ich bin nicht so der Typ, der jenseits der Staatsgrenzen sofort krampfhaft wieder das Gewohnte von dahoam sucht und die lokale Küche kategorisch als minderbemittelt ablehnt (im Gegenteil, solche Gestalten finde ich mehr irritierend), doch sogar ich habe gewisse Prinzipien. Und es musste sofort gehandelt werden, denn in Melbourne schmeckt das Trinkwasser wie ein schlecht gewartetes Hallenbad und als Schwarzbrot will man mir da im lieben Kreise der Bekannten und Daheirateten immer so vorgeschnittenes Zeug mit ein paar Körndln drin andrehen, das sich erstens viermal falten lässt ohne zu brechen und zweitens monatelang haltbar bleibt, ohne auch nur ein Stäubchen Schimmel anzusetzen, oder auch nur ansatzweise hart zu werden. Und da muss ich schon einmal auf den Tisch hauen, denn das, bitte, ist kein Schwarzbrot, das ist ein Verbrechen!

Doch selbst ist der Brotliebhaber. In der Waldviertler home base ist das Familienmitglied mit der größten kriminellen Energie, die Mama, mit dem Einschmuggeln von Sonnentor-Brotgewürz beauftragt worden und meine Sauerteigkultur hat kürzlich die ersten freien Wahlen abgehalten und plant in den nächsten Jahren eine Mondlandung.

Gutenbrunner Guter-Brunnen-Wasserqualität werde ich hier natürlich nie genießen, da helfen auch die besten Verbindungen zum Untergrund nichts. Abhilfe schafft ein simpler Wasserfilter und der kann eigentlich ganz schön was, immerhin kommt jetzt nicht jedes Mal, wenn ich nichtsahnend meinen Durst stillen möchte, ein Flashback zur Pinguin-Prüfung. Success!

5 Gedanken zu „Wasser und Brot

  1. kurtthekurt

    In Sachen lack of proper Schwarzbrot ist’s hier in den Highlands sehr ähnlich, demnächst wird der erste Selbstbackversuch gestartet, mit dem langfristigen Ziel der sauerteig-getragenen Kulturrevolution, das weiche Zeug, das man nicht kauen muss/kann können dann die Enten haben, alles davon.

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    1. rockelfe

      Gutes Wasser ist echt ein Geschenk. Die Chlorbrühe macht nämlich auch den Kaffee grauslich und da hört sich für mich der Spaß endgültig auf! Aus dem Filter ist das Wasser ganz passabel. Die paar kleinen Aktivkohleflöckchen, die mitschwimmen ignoriert man halt.
      Lieben Gruß nach SBG .. schneits schon? :)

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      1. Darklittle

        Das Chlorzeug krieg ich nicht runter. Ich hab mich in Atlanta mit Arizona Iced Tea über Wasser gehalten, aber auf Dauer geht das natürlich nicht. Dann lieber Aktivkohleflöckchen ;)
        Leider noch kein Schnee. Nur elender Föhn und bis Ende kommender Woche gibts auch keine Temperaturen die Schneetauglich wären. Dabei ist ja bald Christkindlmarktsaison.

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