Zwischenstop

Liebste Leserschaft!

Da ich mich in letzter Zeit verständlicherweise öfter mit der verwunderten Frage/händeringenden Feststellung „Jetzt bist du immer noch da, ich hab mich schon darauf eingestellt, dass du weg bist!“ konfrontiert sehe, hier wieder ein kleines Update!

Hier also das Geständnis.

Bis dato habe ich meinen Visumsantrag noch nicht eingereicht. Er liegt fix und fertig ausgefüllt mit Ausnahme des ärztlichen Attests, das ich erst einholen werde wenns soweit ist, in meiner Schreibtischlade und dreht Däumchen. An dieser Stelle einmal ein dickes virtuelles Bussi an alle, die diese Tatsache in erster Reaktion recht begrüßen, eine Sekunde später zurückrudernd versichern, dass es ihnen für mich eh natürlich Leid tue. Ich bin im Ernst ganz angetan davon, wie viele meiner lieben Freunde und Familienmitglieder sich freuen, dass bei mir nix weitergeht. Solche Zustände sind mir gänzlich unbekannt aus Schul- und Studiumszeiten!

Grundsätzlich warten wir momentan einfach noch darauf, dass wir in Australien gut starten können, sprich ich möchte nicht riskieren, diesen Visumsantrag einzureichen, bevor bei meinem Sponsor (wie das schon klingt, da wehrt sich selbst mein zwanghaft anti-zwangsfeministisches Gemüt, wenn jetzt irgendwer weiß was ich meine), also bevor ich da genau hinschreiben kann, was er beruflich macht. Zugegeben, nirgends steht, dass mein Sponsor – oder ich – berufstätig sein müssen. Aber immerhin verlangen die auch von uns, nachzuweisen, dass wir uns im Falle eines Falles zwei Jahre finanziell über Wasser halten können. Da habe ich beschlossen, keine halben Sachen zu machen, auch wenn der Schmarrn unter Umständen jetzt noch länger dauert. Good things come to those who wait. Oder?

Somit ist dieser Boxenstop im heimatlichen mystischen Waldviertel zum Boxenlagzeitaufenthalt geworden. Was auch seine Vorteile hat. Ich führe aus:

  • Meine Eltern und ich sehen wieder viel mehr voneinander.
  • Reichlich Gegend und frische Luft.
  • Geregelte, ausgewogene Mahlzeiten.
  • Jeder kennt mich.
  • Zeit zur künstlerischen Entfaltung.
  • Mystik.

Natürlich hat die ganze Geschichte auch Nachteile. Ich erlaube mir ebenfalls die Auflistung:

  • Meine Eltern und ich sehen wieder viel mehr voneinander.
  • Teilweise, ähm, Strukturarmut und nachmittägliche Odl-Ausfuhr der benachbarten Agrarökonomen.
  • Laut Google Maps bräuchte ich von hier zu Leks Thai Küche in der Schallmooser Hauptstraße so 43 Stunden zu Fuß.
  • Jeder kennt mich, nur woher zum Geier kenn ich die alle?
  • Karge Chancen auf große Karrieresprünge für amerikanistikstudierte Segwayguides.*
  • Nebel.

Trotzdem bin ich, war ich immer schon, Waldviertler aus ganzem Herzen und kann dieser unerwartet langen Pause daheim auch viel abgewinnen, so neugierig ich auch auf die andere Seite der Erde bin. Zudem kann ich meinen Geburtstag wie gewohnt im Frühling feiern. Das mit dem Geburtstag im Herbst muss ich nämlich erst seelisch verdauen!

Somit wünsch ich wunderbare erste Frühlingstage und freu mich darauf, bald gute Neuigkeiten von meinem Südwanderungsprozess zu bringen.

 

* Dies zeichnet neben dem Waldviertel auch sämtliche andere Regionen Niederösterreichs und der Welt aus.

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